Instagram-Algorithmus

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Das „Unwort“ eines jeden Bloggers in 2017

Reichweite, Reichweite, Reichweite! Noch nie hat so viele Blogger auf Instagram diese Thematik in den Wahnsinn getrieben. Wer jetzt nur „Bahnhof“ versteht und sich fragt, warum denn alle über diesen Algorithmus sprechen, der ist hier genau richtig.

Egal ob Influencer mit mehreren tausend Followern oder ein ganz normaler Nutzer der Plattform. Fast jeder ist schon einmal auf den Instagram-Algorithmus gestoßen, wenn auch unbewusst.

Was genau ist der Instagram-Algorithmus?

Der Algorithmus existiert schon seit über einem Jahr und hat in dieser Zeit Instagram und besonders den News-Feed sehr verändert. Früher wurden neue Bilder chronologisch  nach Erscheinungszeitraum angezeigt. Wenn man zur richtigen Zeit sein Bild hochgeladen hatte, konnte man sehr viel Follower in kurzer Zeit erreichen. Alle die in diesem Moment nicht online waren, bekamen das Bild dann etwas später und weiter unten im News-Feed zu sehen. Man musste nur etwas scrollen.

Durch den neuen Algorithmus werden die Posts nun nach Relevanz angezeigt. Obwohl die selben Accounts abonniert worden sind, würde der News-Feed eines jeden anders aussehen. Denn je nachdem wie oft man bestimmte Profile selbstständig aufruft, verändert das die individuelle Timeline. Bei vielen Klicks auf ein Profil ist es daher wahrscheinlicher, dass ein neuer Post von genau dieser Person weit oben im persönlichen News-Feed angezeigt wird. Andere Profile haben das Pech, dass ihre Posts gar nicht mehr angezeigt werden und der Account somit in Vergessenheit gerät. Was hier entsteht ist eine so genannte „Filterblase“.

https://de.wikipedia.org/wiki/Filterblase

Warum gibts es den Algorithmus?

Laut Instagram soll der neue Algorithmus nur Vorteile bringen. Da jeder User immer mehr Accounts verfolgt, geht somit die Übersicht über alle neuen Uploads verloren. Durch die Änderung soll wieder „Ordnung“ geschaffen werden. Deshalb werden nur die Accounts, die man öfter besucht als wichtig eingestuft und deshalb auch angezeigt. So kommt es aber auch vor, dass sogar Bilder, die vor vier Tagen hochgeladen wurden, ganz oben in der Timeline angezeigt werden. Was meiner Meinung nach nicht mehr viel mit „News“ zutun hat. Denn in vier Tagen gibt es schon wieder unzählige neue Bilder auf Instagram, die den Titel „Neuer Upload“ mehr verdient hätten.

Warum ist der Algorithmus so unbeliebt?

Wie ihr wohl schon gemerkt habt, bin auch ich kein großer Fan dieser Umstellung. Instagram bringt oft neue Updates und damit neuen Funktionen heraus, doch meistens haben diese einen positiven Nutzen für die User der Plattform. Beim „gefürchteten“ Algorithmus sehe ich persönlich kaum Vorteile für uns User.

Viele Blogger stellen mittlerweile durch Umfragen fest, ob das neuste Bild bei allen Followern angezeigt wurde. Das habt ihr bestimmt auch schon einmal gesehen. Wenn man sich dann die Umfrage anschaut, sieht man oft, dass weit über 50% „Nein“ angeklickt haben. Ein Ergebnis, was uns Blogger verärgert und unter Druck setzt. Denn welche Firma möchte denn mit einem Influencer zusammenarbeiten, dessen Reichweite im Verhältnis zur Followerzahl verschwindend gering ist.

Da vor allem diese Follower eines jeden Influencers hart erarbeitet sind, ist die Einbuße der Reichweite sehr ärgerlich. Als wäre das nicht schlimm genug, wird einem immer öfter angezeigt, seinen Post durch Bezahlung doch hervorzuheben. Meistens würde das Bild sogar mit Bezahlung noch immer weniger Leute erreichen, als man selbst an reellen Followern besitzt. So sehr verkleinert der Algorithmus die Reichweite. Instagram hat durch schalten dieser kostenpflichtigen Werbung für die Reichweite selbst einen finanziellen Vorteil.

Können wir die Logik des Algorithmus verstehen?

Es gibt viele Theorien, wie man den Algorithmus umgehen oder ihn zumindest verstehen kann. Oft ist die Rede von gutem „Engagement“ welches die Relevanz des Bildes ausmacht. Mit Engagement ist gemeint, wie gut das Foto in den ersten etwa 10 bis 15 Minuten auf Instagram ankommt. Hier sind nicht nur die Likes wichtig. Vor allem Kommentare oder das Verschicken des Posts via „Share-Button“ an andere. Denn diese Interaktionen dauern bekanntlich länger, als nur ein kurzer Doppelklick auf das Foto.

Instagram misst unter anderem auch wie lange sich ein Abonnent mit dem Post beschäftigt. Auch das Scrollen der Timeline wird gemessen. Hält man bei einem Bild kurz inne, um es sich genauer anzusehen oder zu kommentieren, wird das positiv vom Algorithmus aufgenommen. Also steigert jede Tätigkeit, die dem Post rein rechnerisch mehr Aufmerksamkeit schenkt, das Engagement.

Was können wir dagegen tun?

Aus der „Not“ heraus haben sich viele sogenannte „Engagement-Gruppen“ gebildet. Hier unterstützen sich Blogger gegenseitig. Wenn ein Bild hochgeladen wird, kommentieren und linken die anderen dieses so schnell es geht um somit dem Algorithmus vorzugaukeln, dass das Foto eine höhere Relevanz im News-Feed haben muss. Ich selbst war schon Teil einer solchen Gruppe, aber finde sie nicht so sinnvoll wie erwartet. Denn man ist mehr damit beschäftigt innerhalb kürzester Zeit Bilder von andere zu „pushen“, als sich selbst auf seinen Account zu konzentrieren. Man lern zwar viele nette Leute kennen, aber den gewünschten Effekt hatte es bei mir nicht.

Allgemein geht es aber bei jeder Social Media Plattform um das gegenseitige Unterstützen. Wer auf Kommentare von anderen hofft und selbst keine schreibt, wird schnell enttäuscht. Da die Kommentare von Engagement-Gruppen mehr „gezwungen“, als authentisch sind, finde ich diese nicht empfehlenswert.

Abgesehen vom Thema des Engagements ist es natürlich immer wichtig, die „besten“ Bilder hochzuladen. Da Instagram von schönen Fotos „lebt“, sind tolle Bildunterschriften nicht das, was uns als erstes ins Auge fällt. Da kann die sogenannte „Caption“ so interessant sein, wie sie will, wenn die Aufnahme nicht auf den ersten Blick überzeugt, geht der Post unter. Das ist zwar kein Tipp, der wegen der Umstellung bei Instagram ganz neu wäre, aber man sollte ihn doch im Hinterkopf behalten.

Die #hashtags sind wieder da!

Ich habe immer gedacht, die Zeit in der man gefühlt hundert Hashtags unter sein Foto postet ist schon lange Geschichte. Da man in den letzten Jahren durch Hashtags kaum Leute auf sein Profil lenken konnte, wurden diese immer unwichtiger. Die Rede ist hier von den allseits bekannten Tags wie: #likeforlike #followforfollow #instagirl und viele mehr. Wenn man solche Hashtags in seinem Post verwendete kam es oft vor, dass das Foto gar nicht auf der Seite des jeweiligen Hashtags erschien.

Für manche war der Grund, eine Überlastung des Tags oder sogar eine Sperrung von Instagram desselben. Somit führte die Verlinkung zu nichts und es war nicht mehr sinnvoll die bekanntesten Hashtags zu nutzen. Durch den neuen Algorithmus kommt es sogar vor, dass durch Verwendung der überlasteten Hashtags die Reichweite des Posts noch mehr sinkt.

Da Instagram seit kurzer Zeit aber versucht den Tags wieder mehr Bedeutung zu verleihen, kann man nun nicht nur Personen, sondern auch den Hashtags selbst folgen.

Somit kann man diese neue Funktion auch für sich nutzen, in dem man die beschreibenden Worte wieder verwendet. Hierbei ist es sehr wichtig Tags mit Bezug zum Post auszuwählen und nicht eine Liste von beliebten Worten aus dem Internet einzufügen. Also seid kreativ und beschreibt euer Foto damit.

Tatsächlich Fluch oder Segen?

Bis jetzt hört sich das alles nicht gerade berauschend an, aber es gibt auch Vorteile, wenn auch kleine. Wenn ihr sehr vielen Leuten folgt, verliert ihr nach einiger Zeit die Übersicht über alle Abos. Nicht jeder hat Lust in regelmäßigen Abständen seine Liste von abonnierten Accounts durchzugehen und gegebenenfalls auszusortieren. Da hilft der Algorithmus, in dem er nur Beiträge in deinem News-Feed anzeigt, die dich höchst wahrscheinlich interessieren könnten. Somit wirst du nicht von jede Menge „unnötigem“ Content überschüttet.

Allerdings fühlt man sich in der Filterblase abgeschottet von all den anderen Beiträgen. Nur der Content den man sowieso schon sieht, wird einem angezeigt, aber nie mehr. Ich persönlich finde das nicht gut, da alle Leute denen ich folge, mich auch interessieren und ich von jedem die Beiträge sehen möchte. So kommt es oft vor, dass ich nach ein paar Wochen auf ein abonniertes Profil stoße und sehe, dass ich kein einziges Bild angezeigt bekommen habe. Da ich aber selbst den Account aufgesucht habe, bekomme ich in der nächsten Zeit wieder fast alle Beiträge zu sehen. Das ändert sich dann, wenn ein anderer User mehr Relevanz erreicht hat und das vorherige Profil wieder in den Hintergrund tritt.

Man könnte jetzt behaupten, dass der Algorithmus kleinen Seiten eine Hilfe sein kann, da durch ihn die Zahl der Abonnenten weniger wichtig geworden ist. Allein die Relevanz eines Beitrags entscheidet über die Sichtbarkeit und Reichweite.

Jedoch ist es für kleine, sowie für große Instagram-Accounts eher schwierig bei jedem Post das höchste Engagement zu erreichen um angezeigt zu werden. Vor allem die „Stars“ auf Instagram werden fast immer angezeigt. Das liegt daran, dass ihr Content oft der Filterblase entspricht und ihr immer hohes Engagement die Relevanz steigert. Trotz hochwertiger Bilder von kleineren Influencer-Seiten, ist es für sie sehr schwer auch „gefeatured“ zu werden.

Wie ihr seht ist das ein Thema worüber sich ganze Bücher schreiben lassen. Jeden Tag ändert sich etwas und neue Probleme kommen dazu. Trotzdem ist es wichtig den Spaß an Instagram nicht zu verlieren. Denn darum geht es ja eigentlich. Nicht um Reichweite, Engagement oder Relevanz. Auch wenn der Algorithmus vieles verändert hat, ist Instagram noch immer Instagram.

Ich hoffe ich konnte viele Fragen zum Thema beantworten und euch verstehen lassen, warum sich Instagram ein bisschen verändern musste. Wie immer freue ich mich auf Feedback, Anregungen und eure Meinung zum Instagram-Algorithmus.

xx

Lea

 

 

Meine Quellen zum Thema:

https://onlinemarketing.de/news/wissenwerte-fakten-instagram-algorithmus-maximierung-relevanz

https://onlinemarketing.de/news/instagram-hacks-top-hashtags

https://de.wikipedia.org/wiki/Filterblase

Bildquelle:

https://www.google.de/amp/s/allfacebook.de/instagram/der-instagram-feed-algorithmus-kommt-aber-zuerst-nur-als-test/amp

Kommentare

Marie | Januar 9, 2018

Hey Lea,

dieses Thema interessiert mich schon seid längerem und ich habe mich teilweise auch schon darüber informiert. Du erklärst alles wirklich super ausführlich und so, dass es jedermann verstehen kann. Deine verwendeten Fotos unterstützen das Verständnis.✨Richtig toll!

Ich finde es für alle, die sich etwas auf Instagram aufbauen möchten und die, die sich schon etwas aufgebaut haben natürlich auch total ärgerlich. Von den Leuten denen man folgt, möchte man ja schöne Fotos sehen und freut sich ja auch darauf. Wenn das aber durch den Algorithmus „zerstört“ wird, kann ich dich und alles anderen da sehr gut nachvollziehen. Aus Zwang will keiner liken oder kommentieren, denn das ist meines Erachtens auch mit einem gewissen Druck/ Stress verbunden.

Würde mich auch über ein feedback freuen

Liebe Grüße
Marie

Leaendys | Januar 15, 2018

vielen Dank 🙂 für deine ausführliche Review

Katharina | Januar 10, 2018

Liebe Lea,
sehr interessanter Blogpost. Das Thema hat mich schon lange interessiert und du hast es sehr gut zusammengefasst auf den Punkt gebracht! Sehr cool geschrieben!
Bis bald, Katha 🙂

Leaendys | Januar 15, 2018

Danke Katha!Freut mich, dass di8r mein Beitrag gefällt.

Nico | Januar 11, 2018

Hi Lea,
fand den Blog sehr interessant und schön geschrieben. War mir gar nicht so bewusst, dass der Algorithmus für Blogger wie dich so Nachteil bringt.

Karo | Januar 25, 2018

Toller Blogpost! Sehr informativ und auch sehr interessant gestaltet. Ich mag es total wie du die Zusammenhänge zu dir knüpfst und nicht nur auf die Nachteile, sondern auch auf die Vorteile eingehst! Doch besonders gefällt mir dein Schluss, denn wie du schon sagst, es geht um den Spaß!

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